Gutgläubigkeit versus fehlende Rechnungsadresse?

Die EuGH-Entscheidungen vom 6. 7. 2006, Rs. C-439/04, Kittel, und Rs. C-440/04, Recolta Recycling SPRL, brachten wichtige Aussagen zur Frage der Gutgläubigkeit des Unternehmers und ihrer Prüfung in Karussellbetrugsfällen. Die Rechnungsmerkmale in § 11 UStG 1994 bleiben dessen ungeachtet weiterhin notwendige Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Bisher existiert weder in Deutschland noch in Österreich höchstgerichtliche Rechtsprechung, aufgrund deren trotz fehlender Rechnungsadresse bei bestehender Gutgläubigkeit der Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden könnte. Auch der UFS hat dies bereits in mehreren Entscheidungen abgelehnt.