Schadenersatzrechtliche Auswirkungen eines ärztlichen Kunstfehlers bei der Geburt des verunstalteten Kindes für die „betroffene“ Mutter

Erleidet ein neu geborenes Kind wegen eines schuldhaften ärztlichen Kunstfehlers eine schwere Behinderung und gibt die Mutter deshalb für mehrere Jahre ihre Berufstätigkeit auf, um durch Therapiemaßnahmen zu retten, was zu retten ist (eine gewisse Beweglichkeit der Hand des Kindes), ist der bei der Mutter eintretende Verdienstentgang ersatzfähig. Der OGH spricht damit erstmals Ersatz in einem weit über die durchschnittlichen Kosten einer Pflegekraft hinausgehenden Ausmaß zu. Ausgelotet wird in diesem Beitrag, unter welchen Voraussetzungen ein solcher Zuspruch gebührt und ob er in vergleichbarem Umfang auch dann zusteht, wenn bloß das Kind einen Schadenersatzanspruch gegen den Ersatzpflichtigen hat, daneben aber keine konkurrierende Anspruchsgrundlage der Mutter gegeben ist.