Auswirkungen des AIFMG auf Fondsmanager und den Vertrieb der von ihnen verwalteten Alternativen Investmentfonds in Österreich

Am 4. Juni 2013 wurde in Österreich die Regierungsvorlage für ein Alternative-Investmentfonds-Manager-Gesetz (AIFMG) veröffentlicht, mit dem für Verwalter alternativer Investmentfonds Qualifikationsanforderungen sowie eine Konzessionierung samt Aufsichtsbestimmungen festgelegt werden. Durch ein europäisches Passportregime soll ein EU-weiter Vertrieb von AIFs an professionelle Kunden zulässig sein. Mit dem AIFMG, das am 22. Juli 2013 in Kraft treten soll § 74 AIFMG., wird die Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM-Richtlinie), die am 1. Juli 2011 im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde und am 21. Juli 2011 in Kraft getreten ist, am letztmöglichen Tag in österreichisches Recht umgesetzt Der AIFMG-Begutachtungsentwurf zu dem komplexen und umfassenden Regelungsvorhaben wurde am 23.4.2013 veröffentlicht. Als Begutachtungsfrist wurden lediglich zwei Wochen eingeräumt. Gem Rundschreiben des BundeskanzleramtVerfassungsdienstes vom 2.6.2008, BKA-600.614/0002-V/2/2008 hat die Begutachtungsfrist bei Gesetzesvorhaben im Regelfall sechs Wochen zu betragen und „so wie es gewiss Fälle geben kann, in denen eine kürzere Frist vertretbar ist, wird es umgekehrt auch Fälle geben, in denen auch die sechswöchige Frist zu kurz ist.“.In diesem Beitrag sollen einige Auswirkungen der vorliegenden Regierungsvorlage zum AIFMG auf nationale und internationale Manager von alternativen Investmentfonds (AIF), die nicht der Richtlinie 2009/65/EG (UCITS-Richtlinie) unterliegen, beleuchtet werden. Auch die Auswirkungen der neuen Bestimmungen für den Vertrieb der AIF in Österreich, die zum Teil massive Änderungen im Vergleich zur bestehenden Rechtslage bringen, sollen skizziert werden. Auswirkungen auf andere alternative Veranlagungsformen, die künftig ebenfalls unter den Begriff eines alternativen Investmentfonds (AIF) gem AIFMG fallen und von Equity-Fonds bis hin zu Fonds reichen, die in illiquide Vermögenswerte (Immobilien, Private Equity, Infrastruktur, Rohstoffe oder Güter wie Wein oder Kunstgegenstände) investieren, werden in diesem Beitrag nicht behandelt.On 4 June 2013, a government bill for an Alternative Investment Fund Managers Act (AIFMG) was published in Austria. It defines qualification and licensing requirements including regulatory requirements. Through a European passport regime an EU-wide distribution of AIFs to professional clients should be allowed. The AIFMG, which shall be effective as of 22 July 2013, implements the Directive 2011/61/EU on Alternative Investment Fund Managers (AIFM Directive), which was published on 1 July 2011 in the EU Official Journal and which became effective as of 21 July 2011, into Austrian law on the last possible day.In this contribution some effects of the present government bill to the AIFMG to national and international managers of alternative investment funds (AIFs) that are not subject to the Directive 2009/65/EC (UCITS Directive), shall be analysed. Also, the effects of the new rules for the distribution of AIF in Austria, which will partly lead to massive changes compared to the existing legal situation, shall be outlined. Impacts on other alternative forms of investment, which, in future, are also covered by the definition of an alternative investment fund (AIF) according to the AIFMG and ranging from equity funds to funds investing in illiquid assets (real estate, private equity, infrastructure, commodities and goods such as wine or art objects), are not dealt with in this contribution.