Die internationalen Finanzmärkte im Jahr 2011

Aus der Finanzmarktkrise und der nachfolgenden schweren Rezession in den Industrieländern ist letztlich eine Krise der Staatsfinanzen geworden, und einige Anleger fürchteten eine erneute Rezession. Präsentierte sich das weltweite Wachstum bis in den Sommer hinein noch recht solide, so hat es sich ab August doch deutlich abgeschwächt. Für 2011 prognostizieren die Experten ein globales Wachstum von 2,73%. Stark dazu beitragen haben erneut die Schwellenländer und an vorderster Front China, für das ein Wachstum von 9,2% veranschlagt wird. Demgegenüber dürfte das Bruttoinlandsprodukt der westlichen Industrieländer bei niedrigen 1,38% (G10) zu liegen kommen.Zwischenzeitlich erlebten wir jedoch eine Bilderbucherholung an den Aktienmärkten, obwohl fundamental gesehen große Defizite weiterhin fortbestehen, wie etwa in den USA der anhaltend schwache Häusermarkt oder die noch immer sehr hohe Arbeitslosenrate. Zur Bewältigung der Finanzmarktkrise wurden von den einzelnen Staaten enorme Summen in die Hand genommen, die sich in weiterer Folge vielfach in deutlich angestiegenen Verschuldungsquoten widerspiegeln. Schon vor Jahresbeginn begleitete Griechenland, einmal mehr, einmal weniger, wie ein ständiger Schatten die Entwicklung an den Finanzmärkten. Im März kam zunächst noch die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan hinzu, welche die Schuldenproblematik der europäischen Peripherieländer übertünchte und diese während der darauffolgenden Wochen kurzfristig beinahe gänzlich aus dem Blickwinkel der Anleger verschwinden ließ. Schon im Mai forderte die Entwicklung in diesen Ländern aber die Konzentration der Anleger zurück. Denn die seitens der Politik getroffenen Maßnahmen hinsichtlich einer Lösung bzw. Eindämmung der Problematik sorgten an den Märkten regelmäßig nur für kurzfristige Erleichterung. Bis Mitte des Sommers stützten aber auch der Konjunkturverlauf, sowie die weiterhin soliden Unternehmensergebnisse das Marktgeschehen. Die sich ausweitenden Renditespreads bei den europäischen Peripherieländern gegenüber Deutschland sorgten wie bereits erwähnt nur für temporäre Konsolidierungen an den Aktienbörsen. Gegen Ende Juli verschärfte sich diese Entwicklung abermals, zudem wurde den USA das Triple-A-Rating aberkannt, und erstmals deuteten auch diverse Konjunkturindikatoren auf eine gewisse Eintrübung des Wirtschaftsgeschehens hin. So folgte auf eine ohnehin schon deutlich volatiler gewordene Seitwärtsbewegung der Märkte letztlich ein dramatischer Einbruch, der viele Investoren wohl an die turbulente Zeit im Anschluss an die Lehman-Pleite erinnert haben dürfte. Selbst der deutsche Dax, der bis in den Sommer hinein eine ausgezeichnete Performance aufwies, knickte in den hektischen Handelsmonaten August und September regelrecht ein, nicht zuletzt da für den europäischen Exportchampion natürlich neben dem europäischer Binnenmarkt vor allem das Wachstum in Asien von großer Bedeutung ist.The financial crisis and the subsequent heavy recession ultimately turned into a fiscal crisis, some investors even feared a double dip. While another recession could ultimately be avoided, growth faltered in late summer. Emerging Asia again turned out to be an engine of growth, even if economic activity slowed there as well. In the first half of 2011, equity markets recovered markedly. But the earthquake and tsunami in Japan and, even more importantly, the re-surfacing of the European sovereign debt crisis derailed that recovery and led to a sharp correction in late summer and early fall. Volatility was further exacerbated by the fact that the US lost its AAA rating. Even the German Dax, which until then had held up very well, could not escape the drastic correction. Markets calmed down late in the year, but again inSeite 86 2011, core government bonds turned out to be the winners. Some commodities, such as gold and oil, also posted positive performance figures, while equities mostly suffered another year of losses, double digit losses in some cases.