Die internationalen Finanzmärkte im 2. Quartal 2010

Nach einem starken ersten Quartal erhielten die Aktienmärkte im April durch die Griechenland-Krise einen massiven Dämpfer. Zusätzlich belastet durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, kamen im Markt immer mehr Befürchtungen über ein neuerliches Abgleiten in die Rezession („double dip“) auf. Damit wurden einmal mehr so gut wie alle risikoreichen Anlageklassen abgestraft, von Aktien über Unternehmensanleihen bis zu vielen Rohstoffen. Darin sehen manche Beobachter allerdings auch etwas Positives. Die Verkaufswelle heuer im Frühling habe nicht eine überbewertete Anlageklasse zurechtgestutzt, sondern querbeet alle risikoreicheren Assets getroffen und sei damit eher Ausdruck der wieder steigenden Risikoaversion. Die neuerliche Flucht in die Qualität spiegelt sich auch in der starken Performance der Staatsanleihen wider, vor allem in jenen Ländern, die als Alternative zu den hochverschuldeten europäischen Staaten gesehen werden. Dazu zählt natürlich Deutschland, wo Bundesanleihen das beste erste Halbjahr seit 1995 verbuchten. Aber auch die Staatsanleihen im UK, in den USA und in Japan haben sechs sehr gute Monate hinter sich. Inwieweit hier der Markt Vorschußlorbeeren verteilt hat (Verschuldung in allen drei Ländern sehr hoch), bleibt abzuwarten. Den stärksten Performancebeitrag aus der Sicht eines Euro-Anlegers lieferten im ersten Halbjahr allerdings die Fremdwährungen. Durch den raschen und deutlichen Fall im Euro konnten Anlagen in anderen Währungsräumen (US-Dollar, Yen, Schweizer Franken) markant zulegen und so zur Performance im Portfolio positiv beitragen. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Bewegung in den letzten Monaten vollzog, legt aber auch die Gefahr einer zumindest technischen Gegenbewegung nahe, wie sie im Euro / US-Dollar Kurs im Juni ja schon erfolgte.After a good start to the year, equity markets suffered a substantial setback in April, due to the European sovereign debt crisis. The oil spill in the Gulf of Mexico further added to market woes, and all this led to fears that Western economies could slip back into recession, i.e. suffer a double dip. The sell-off hit virtually all risky asset classes, from stocks to corporate bonds and many commodities. This however is seen as a positive sign by some. This spring’s sell-off has not hurt one over-priced asset class, but hit all risky areas of the market and is therefore attributed to a rise in risk aversion. The renewed flight to quality also boosted government bonds, particularly in those countries that are seen as a good alternative to highly indebted European nations. Germany has to be counted chiefly among them, which is why German bunds had their best first half since 1995. However, govies in the UK, the US and Japan also had a good first six months. Given the fact that debt levels are high in all three counties, it remains to be seen if the market has been over-optimistic. For a European investor, the main performance driver in the first half was the weak euro. Its swift and marked fall from grace meant that investments in other currencies (US dollar, yen, Swiss franc) turned out to be highly profitable. The fact that the euro’s fall took place in a relatively short time span implies that chances of at least a technical rebound have risen, which is indeed what happened to euro – dollar in June.